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Interkulturelle Kommunikation: Keynote des Euro-Instituts beim Auftakt des Interreg-Projekts PACT-H2 in Saarbrücken

| INTERREG

Im Rahmen des Kick-off-Meetings des Interreg-Projekts PACT-H2 war Anne Dussap vom Euro-Institut am 09.03.2026 eingeladen, eine Keynote zu den Herausforderungen der interkulturellen Kommunikation in grenzüberschreitenden Kooperationsprojekten zu halten. 

Das Projekt wird von der Saarland Hydrogen Agency GmbH koordiniert und zielt darauf ab, die Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff in der Großregion (Frankreich, Belgien, Deutschland, Luxemburg) zu stärken. Es bringt öffentliche Behörden, Cluster, Bildungs-und Innovationsakteure zusammen, um eine abgestimmte Wasserstoffstrategie zu fördern und die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Technologien zu verbessern. 

Der Vortrag behandelte das Konzept des kulturellen Eisbergs, das verdeutlicht, dass nur ein kleiner Teil der Kultur, wie Sprache oder bestimmte sichtbare Verhaltensweisen, unmittelbar wahrnehmbar ist. Der weitaus größere Teil betrifft insbesondere implizite Normen, Werte, Hierarchievorstellungen, Arbeitsgewohnheiten und auch Zeitmanagement. Diese oft unbewussten Elemente haben einen großen Einfluss darauf, wie Partner kommunizieren und zusammenarbeiten. 

Darüber hinaus wurde betont, dass kulturelle Unterschiede nicht nur zwischen nationalen Kulturen bestehen. Auch organisationale Kulturen in Verwaltungen, Universitäten oder Unternehmen sowie institutionelle Rahmenbedingungen prägen die Zusammenarbeit. So kommt in europäischen Projekten zudem eine spezifische „Interreg-Kultur“ hinzu, die Verfahren und Kooperationsformen strukturiert.

Die Keynote machte deutlich, dass interkulturelle Kommunikation vor allem ein Prozess der gemeinsamen Bedeutungsfindung ist: Projektpartner müssen Erwartungen klären und schrittweise gemeinsame Arbeitsweisen entwickeln. In grenzüberschreitenden Projekten ist dieser Prozess besonders anspruchsvoll, da die Beteiligten zwischen Projekttreffen und ihren jeweiligen institutionellen Kontexten wechseln, die jeweils eigenen Regeln und Zwängen unterliegen. 

Zu den häufigsten Herausforderungen zählen unterschiedliche Erwartungen an Besprechungen, verschiedene mehr oder weniger explizite Kommunikationsstile, unterschiedliche Zeitvorstellungen und unterschiedliche Praktiken beim Informationsaustausch. Das Bewusstsein für diese Unterschiede ist ein erster wichtiger Schritt, um sie in der Zusammenarbeit zu berücksichtigen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. 

Abschließend wurde hervorgehoben, dass interkulturelle Kommunikation ein Lernprozess ist, der zwar Zeit braucht, aber einen entscheidenden Erfolgsfaktor für Kooperationsprojekte darstellt. Gegenseitiges Verständnis zu fördern, Arbeitsweisen zu klären und sich auf gemeinsame Ziele zu konzentrieren, stärkt Vertrauen und Effizienz in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. 

Foto: Euro-Institut
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